Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel: Freie Apothekerschaft unterstützt Petition an Deutschen Bundestag

Die Freie Apothekerschaft unterstützt die Petition des Apothekers  Christian Redmann „Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel  – Stellungnahme zum Koalitionsvertrag“. Diese wird dem Petitionsausschauss des Deutschen Bundestags vorgelegt. Bislang haben rund 10.000 Menschen dafür unterschrieben, dass der Versandhandel rezeptpflichtiger Arzneimittel gesetzlich verboten werde.

In der Petition heißt es:
Seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Gültigkeit der Arzneimittelpreisverordnung für rezeptpflichtige Arzneimittel befindet sich die deutsche Apothekerschaft in existenziellen Nöten – so dass in der Folge die gesamte deutsche Gesundheitsversorgung durch Apotheken vor Ort gefährdet sein wird.

Die einzige Option, die sichere, redundante und qualitativ hochwertige Versorgung der Patientenschaft in all ihren Belangen (Individualrezepturen, Nacht- und Notdienste insbesondere an Sonn- und Feiertagen, Spezialversorgungen wie die palliative Versorgung) aufrechtzuerhalten, zu sichern und damit dem gesetzlich verankerten Versorgungsauftrag nachzukommen, stellt ein Versandverbot rezeptpflichtiger Arzneimittel dar sowie die Durchsetzung der Gültigkeit der Arzneimittelpreisverordnung auch für ausländische Versender.

Dies wird weitgehend als konform zum Europarecht gesehen – und muss zeitnah von der deutschen Regierung erarbeitet und beschlossen werden. Apotheker und ihre Teams, zumeist Frauen und insgesamt ca. 150.000 Beschäftigte warten nun darauf, dass die Große Koalition diesen Punkt des Koalitionsvertrags aufgreift und mit der Umsetzung beginnt.

Aus diesem Grund fordern wir:

  • das klare Bekenntnis des amtierenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zum Koalitionsvertrag
  • die zeitnahe Umsetzung des Versandhandelsverbots unter Ausschöpfung aller (europa-)juristischen Möglichkeiten

Die Freie Apothekerschaft hat im April eine Aufklärungskampagne gestartet, die Kunden, Medien und der Lokalpolitik die augenblickliche Situation der Apotheken verdeutlicht und über Zusammenhänge und Hintergründe eines Versandverbots informiert. Mehr dazu auf www.freie-apothekerschaft.de . Mit der letzten Pressemitteilung und diversen Anschreiben forderte die Freie Apothekerschaft die zuständigen Ministerien ebenfalls auf, schnellstens ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das den Versand verschreibungspflichtiger Arzneimittel verbietet. In 21 EU-Ländern gibt es dieses Verbot bereits. Und sie unterstützt diese Petition. Damit die Apotheken vor Ort auch weiterhin eine schnelle und umfassende Rund-um-die-Uhr-Versorgung leisten können. „Wir fordern alle Apotheker und interessierten Bürger auf, diese Petition ebenfalls zu unterstützen“, so Dr. Helma Gröschel, Vorsitzende der Freien Apothekerschaft. Dafür stellt der Verband auf seiner Webseite zudem Listen der Petition zum Downloaden zur Verfügung, die in Apotheken ausgelegt werden können.

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Die Petition finden Sie hier: https://www.openpetition.de/petition/online/versandhandelsverbot-fuer-rezeptpflichtige-arzneimittel-stellungnahme-zum-koalitionsvertrag

 

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Wir fordern, wir decken auf, wir klären auf.

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In der „Freien Apothekerschaft“, gegründet 2010, haben sich Apothekerinnen und Apotheker zusammengeschlossen, um die Interessen des Berufsstandes zu vertreten und ihre Situation, politisch wie wirtschaftlich, zu verbessern.

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